4 – Krieg und Krisen

Es folgten Jahre politischer und wirtschaftlicher Krisen, die für die Bevölkerung Entbehrung und Mangel brachten. Vor allem nach dem Ersten Weltkrieg, der die Region zu einer Waffenschmiede für das deutsche Kaiserreich hatte werden lassen, entwickelte sich das ostbayerische Grenzland zu einer wirtschaftlichen Notstandsregion. Im „DrittenReich“ drückten die Nationalsozialisten der Oberpfalz den Stempel einer „wehrhaften Grenzregion“ auf und erklärten sie gleichzeitig zu einer wirtschaftlich rückständigen „Ostmark“. Im Zweiten Weltkrieg bestimmten erneut die (Zwangs)-Regulierungen der Kriegswirtschaft und der Rüstungsbedarf den Rhythmus der oberpfälzischen Industrie. Waren im Ersten Weltkrieg in Landwirtschaft und Industrie Hunderte von Kriegsgefangenen eingesetzt worden, so kamen nun Fremd- und Zwangsarbeiter, darunter die Gefangenen des 1938 gebauten KZs Flossenbürg zum Einsatz. Sie arbeiteten unter anderem für die Messerschmitt-Werke. Schon in den letzten Kriegsjahren und vor allem nach dem Ende der Kriegshandlungen verlegten Unternehmen aus Nürnberg, Berlin oder Schwaben ihre Produktionsstätten in die weitgehend von Bombenangriffen verschonte Region. Dieser Trend setzte sich nach dem Krieg fort, als aus Berlin und der unter russischer Besatzung gelangten „Ostzone“ Unternehmen und Unternehmer in der Oberpfalz neu gründeten. Gleichzeitig strömten Tausende von Vertriebenen, Zwangsaussiedlern und Flüchtlingen nach Ostbayern.