1 – Armes reiches Land

In der Oberpfalz geht man nicht zur Arbeit sondern „in die Arbeit“. Damit war seit Entstehung der ersten Fabrik in der Region – der Gewehrfabrik in Amberg 1801 – zunehmend Industriearbeit gemeint. Diese entstand aufgrund von Bodenschätzen (Braunkohle, Erz, Kaolin, Quarz und anderes), reichlich vorhandener Wasserenergie und des Waldreichtums. In den Glasschleifen und Glasmanufakturen, in den ersten Steingut- und Porzellanfabriken, in den Hüttenwerken und Eisenhämmern sowie in Sägewerken und Mühlen fanden die Menschen außerhalb von Landwirtschaft und Handwerk Arbeit. Die Bedingungen waren allerdings hart, zusätzlich musste Landwirtschaft betrieben werden, um die oft kinderreichen Familien zu ernähren. In der an Erzen, Braunkohle und Mineralien reichen Oberpfalz wohnte eine überwiegend mittellose, arme Bevölkerung, so dass junge Leute vielfach Arbeit in den großen Städten wie Nürnberg oder München suchten, bzw. gleich „in die neue Welt“ auswanderten.